
Die Stuttgarter Stadtbahn erweiterte 1996 ihr Verkehrsnetz
bis nach Gerlingen. An dieser Endhaltestelle entstand mitten im Zentrum von
Gerlingen ein neuer Platz mit darunter liegender Tiefgarage, sowie angrenzend
eine Stadtbücherei und Wohnungen für alte Menschen...![]()
In der riesigen Baugrube wurden anläßlich der Grundsteinlegung
der Stadtbücherei an verschiedenen Stellen der Baugrube Kunsteingriffe
vorgenommen. Das Entstehen und Vergehen der Kunsteingriffe war Teil der gesamten Arbeit.
Die temporäre Interventionen wurden zu einer Allegorie der Zeit.
Eine riesige Sanduhr zeigte 92 Minuten
verrinnende Zeit.
Der letzte Lauf einer großen Treppe bildet einen in der Horizontale spitz zulaufenden Restraum. Der Kegel eines Scheinwerfers bestrahlt einen Textausschnitt aus Friedrich Hölderlins Hyperion, der als weißes Band über rauhen Beton läuft.
Auf Spiegelbändern aus Edelstahl sind Sentenzen über die Zeit zu lesen. Beim Lesen wird der Leser mit seinem eigenen Blick konfrontiert. Er wird so selbst Bestandteil der Worte und gleichzeitig zum Zeugen seiner Auseinandersetzung mit der Zeit.
Worte - auf Bausprieße geschrieben - blieben für Tage, bis sie verschwanden um an anderen Baustellen neu aufgebaut zu werden.
Ortsnamen sind auf Tiefgaragenwänden stehengeblieben. Sie erinnern an die Geburtsstätten derer, die hier gearbeitet haben: Handwerker, Bauarbeiter, Architekten, Bauherren.









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